Verlauf der Eurokrise

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Bei der Eurokrise handelt es sich um eine multiple Krise innerhalb der Eurozone, die seit 2009 andauert. Multipel ist sie, weil sie sowohl Aspekte einer Staatsschuldenkrise, einer Bankenkrise und einer Wirtschaftskrise aufweist.

Die seit Jahren andauernde Eurokrise resultiert aus einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Faktoren, deren jeweilige Gewichtung nicht eindeutig geklärt und viel umstritten sind. Wenn es zum Beispiel um Griechenland geht, steht die Entwicklung der Staatsschulden im Vorfeld der Krise im Vordergrund. Auch in anderen Ländern der Eurozone macht es die Eurokrise schwierig und zum Teil sogar unmöglich, die Staatsschulden ohne Hilfe von Dritten zu refinanzieren.

Hier werden zum größten Teil weniger die Staatsschulden als mehr die gesamtwirtschaftliche Verschuldung als größtes Hemmnis für die Refinanzierung betrachtet. Darüber hinaus haben institutionelle Eigenschaften der Eurozone an sich sowie die Folgen der seit 2007 bestehenden Finanzkrise zu Schuldenkrise beigetragen.

Seit 2010 wurden mehrere sogenannte und politisch stark umstrittene Rettungsschirme eingerichtet wie der EFSF Europäische Finanzstabilisierungsfazilität und der ESM Europäischer Stabilitätsmechanismus. Die Europäische Zentralbank intervenierte durch die Monetarisierung von Staats- und Privatschulden und gab dadurch den von der Krise betroffenen Staaten und deren Wirtschaft und Banken weitere Kredite, um Liquiditätsprobleme zu lösen. Um die Ursachen der Eurokrise wirksam zu bekämpfen, wurden darüber hinaus der Europäische Fiskalpakt und die Reform der Europäischen Finanzaufsicht eingeleitet.

Die Krisenfaktoren sind umstritten

Sowohl die konventionelle als auch die volkswirtschaftliche Erklärung für die Ursachen der Eurokrise muss zweiseitig betrachtet werden. Auf der wirtschaftlichen Ebene ist die Eurokrise eine Währungskrise, nach der in einigen EU-Staaten eine vermehrte staatliche und private Kreditaufnahme zu einer relativ höheren Inflation als in anderen EU-Staaten geführt hat. Ein Ausgleich der unterschiedlichen Preisentwicklungen in den Eurostaaten war aufgrund der vorhandenen Währungsunion dabei gar nicht möglich. Das wiederum führte dann zu Defiziten in der Leistungsbilanz einiger Länder und verursachte in einigen Ländern makroökonomische Ungleichgewichte.

Auf der politischen Ebene führte die Währungsunion dazu, dass einzelstaatliche Geldpolitik nicht mehr möglich ist. Als schnelle Reaktion auf Wirtschaftskrisen bliebe im Wesentlichen nur Fiskalpolitik, was den Staatshaushalt stärker belastet als Geldpolitik. Als eine weitere Ursache wird der Wegfall der Wechselkursunsicherheit benannt, was zur Folge hatte, dass die Zinsen in EU-Staaten mit höherer Inflation zu stark sanken, was dann wiederum eine zu starke Kreditaufnahme und ein unangebracht hohes Investitionsverhalten nach sich zog. Dadurch ist es zu Wirtschaftsblasen gekommen, die platzten und dann Bankenrettungen und Konjunkturprogramme nach sich zogen. Hinzu kam die seit 2007 andauernde Finanzkrise mit unwahrscheinlich hohen Kosten.

Verlauf der Eurokrise

Die Eurokrise ist immer im Zusammenhang mit der ihr vorangehenden Finanzmarktkrise zu sehen. Die Finanzmarktkrise führte weltweit generell zu einer erhöhten Risikobewertung und davon war der Staatsanleihenmarkt über verschiedene Kanäle betroffen.

Im Vorfeld der Finanzkrise von 2007 gab es eine exzessive Kreditvergabe an private Haushalte, bei der zum Teil die Zahlungsfähigkeit der Kreditnehmer unberücksichtigt blieb. Das führte in den USA und einigen anderen Staaten zu den bekannten Immobilienblasen. Nach dem Platzen der Blasen mussten in vielen Ländern mehr oder weniger umfangreiche Programme für die Rettung von Banken aufgelegt werden. Die Privatschulden wurden so zu Staatsschulden und die gestiegenen Staatsschulden verringerten den Wert von Staatsanleihen.

Eine verringerte Liquidität der Banken bedingte dann einen Rückgang der Kreditvergabe, was dazu führte, dass die Wirtschaftsleistung rückläufig wurde und die Steuereinnahmen sanken.

Mit Ausbreitung der Finanzkrise nahm die Risikoempfindlichkeit an den Finanzmärkten bezogen auf fiskalische Ungleichgewichte weiter zu. Für die Eurokrise, die durch eine drastische und plötzliche Erschwernis der Refinanzierungsfähigkeit einiger Staaten der Eurozone gekennzeichnet ist, stellten diese Entwicklungen das auslösende Moment oder zumindest einen wesentlichen Faktor für die Intensität der Problematik dar. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung spricht hier gern von einer sogenannten Zwillingskrise, bei der sich Banken- und Schuldenkrise gegenseitig verstärken, wobei die Krisen auf die volkswirtschaftliche Produktion durchschlagen und sich dadurch nochmals verschärfen.

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